Mosaik Geschichte

 

Das Wort Mosaik leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Opus Musaicum ab und bezeichnet ein den Musen gewidmetes Werk.

 

In der Geschichte der Menschheit stossen wir schon sehr früh auf Mosaik als Ausdrucksform der jeweiligen Epoche, der zur Verfügung stehenden Materialien und Techniken. Dank der Langlebigkeit des Materials finden sich heute noch Beispiele an Originalplätzen und in Museen, die darauf hinweisen, dass Mosaike bereits mehr als 5.000 Jahre alt sind.

 

Die Wissenschaftler sehen zwei Ursprünge der Mosaiktechnik: aus  dem Zweistromland Mesopotamien gibt es eine Mosaiktechnik aus Tonstiften, die in geometrischen Mustern in die Lehmwand gedrückt wurden.  Ab dem 3. Jahrtausend vor Christus finden sich auch Tier- und Pflanzenmotive aus kleinen Sandstein- oder Schieferplättchen.

 

Ein weiterer Ursprung ist das Kieselsteinmosaik, welches sich in Kleinasien im 2./3. Jahrtausend vor Christus entwickelt hat. Aus zunächst unverzierten Kieselsteinböden wurden im weiteren Verlauf der Entwicklung geometrische Formen und dann figürliche und ornamentale Darstellungen.

 

Zu Beginn der 2. Jahrhunderts vor Christus werden Steine geformt, also in Form geschlagen. Das sogenannte Tessera-Mosaik gewinnt schnell an Bedeutung, in Griechenland und im römischen Reich entstehen eigene Mosaikwerkstätten und prachtvolle Fußböden mit vielen Abbildungen und großen Ausmaßen (Villa Romana mit 3.500 qm Bodenmosaik). Die Mosaikkunst findet sich wieder in Thermen, Grotten- und Brunnenanlagen des römischen Reichs. Hier findet das Mosaik den Weg an die Wand: Rankenmotive, florale Muster, Fische und Neptun finden sich an den Wänden wieder.

 

In der aufkommenden frühchristlichen Zeit wird Mosaik unter Verwendung von Glas als zusätzlichem Material in den Sakralbauten genutzt, es entstehen wunderbare Kuppelmosaike. Die Vielfalt an Farben nimmt zu, die Darstellungen der Figuren wird linearer.

 

Ab dem 16. Jahrhundert beeinflussen sich Malerei und Mosaik, alte Materialien wie Kieselstein werden wieder genutzt, um auch die Gärten zu gestalten. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert entstehen große Werke wie die Fassade des Markusdoms in Venedig.

 

Im 18. und 19. Jahrhundert erfährt die Mosaikkunst einen wahren Aufschwung: es werden im Vatikan, in Italien, in Wien und in Deutschland Mosaikschulen gegründet. Die päbstlichen Mosaikwerkstätten verfügen über 28.000 unterschiedliche Glasmaterialien. An der berühmten Suola Mosaicisti del Friuli in Spilimbergo wird bis heute unterrichtet.

 

 

Mosaik heute

 

Die Kunstrichtungen Sezession und Jugendstil bereicherten die Mosaikentwicklung. Losgelöst von den bisherigen Formen und Verwendungen wurden und werden Mauern, Bänke, Skulpturen oder ganze Häuser mit Mosaik überzogen.

 

Impulsgeber aus der jüngeren Zeit sind Antonio Gaudi, der unter anderem von 1900 bis 1914 den Park Güell in Barcelona erschaffen hat (wikipedia.org/wiki/Park_Güell ). Auch Friedensreich Hundertwasser hat Mosaik in seine Haus-

gestaltungen übernommen und Niki de Saint Phalle hat fast zwei Jahrzehnte (1979 bis 1996) an ihrer Interpretation von Tarotkarten in Form von Skulpturen mit Mosaik gearbeitet (Garten des Tarot in der Toskana www.nikisaintphalle.com/).

 

Heute finden mosaikgestaltete Spielplätze, Wassertretbecken und Wellnessoasen. Auch die Materialvielfalt verändert sich: neben dem traditionellen Material werden Fliesen, industriell gefertigtes Glas, Keramik, Porzellan und andere Naturmaterialien verwendet.

Einen Eindruck davon erhält man über die verschiedenen Mosaik-organisationen auf der gesamten Welt, zu finden über den deutschen Verband DOMO e.V.(www.domo-ev.de). Über die Verbandsseite gibt es aber auch einen Einblick in die alten Mosaiktraditionen und historischen Werke.

 

Mosaik-Kunst heute kann die alten Erfahrungen und neuen Formen, die traditionellen Materialien und die neue Vielfalt nutzen.  Damit ist  Mosaik m.E. mehr zu einer Form des individuellen Ausdruck geworden als es vor Jahrtausenden möglich war, sodass sich sehr unterschiedliche Stile entwickelt konnten!